Mord zwischen Lama und Leuchtturm – Ein Ostfrieslandkrimi
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Zwei Titel, zwei Alliterationen, ein klares Programm: Sandra Bruns hat mit Mord zwischen Kutter und Kluntje und Mord zwischen Lama und Leuchtturm zwei Ostfrieslandkrimis vorgelegt, deren Namen man sich merkt. Wer Ostfriesenkrimis nach dem Titel auswählt, und seien wir ehrlich, das tun wir alle gelegentlich, bleibt an diesen beiden hängen. Sie klingen nach dem, was sie offenkundig sein wollen: Küstenkrimis mit Augenzwinkern.
Der erste Titel spannt den Bogen, der diese Region tatsächlich zusammenhält. Der Kutter steht für die Arbeitswelt der Häfen, für Krabbenfang und raue Hände. Der Kluntje, das große Stück Kandis, das im Teeglas leise knistert, wenn der heiße Ostfriesentee darüber läuft, steht für die Stube, für die Teezeremonie, für das Aufwachsen zwischen Stövchen und Sahnewölkchen. Zwischen diesen beiden Polen, draußen und drinnen, Arbeit und Ritual, spielt sich hier oben das Leben ab, und offenbar auch der Mord. Ein Titel, der das in fünf Worte packt, verrät Ortskenntnis.
Der zweite Band schiebt die Skala ins Skurrile. Mord zwischen Lama und Leuchtturm kombiniert das Wahrzeichen jeder Küstenlandschaft mit einem Tier, das man in Ostfriesland nicht unbedingt erwartet, das aber auf so manchem Hof zwischen den Schafweiden tatsächlich anzutreffen ist. Wer regelmäßig über die Dörfer fährt, hat sie gesehen: Lamas und Alpakas als Nebenerwerb, als Attraktion für Feriengäste, als Gesprächsstoff am Gartenzaun. Dass ein Krimi genau dieses Detail aufgreift, spricht dafür, dass hier nicht die Postkarte abgeschrieben, sondern die Gegenwart der Region beobachtet wurde, in der Tourismus, Landwirtschaft und ein Hang zum Eigenwilligen nebeneinander existieren.
Zwei Bücher sind keine lange Reihe, aber sie reichen, um eine Handschrift zu erkennen. Beide Titel folgen demselben Bauprinzip, Mord zwischen X und Y, und stellen jeweils zwei Dinge nebeneinander, die auf den ersten Blick nicht zusammengehören. Genau aus solchen Reibungen entsteht der Ton, den viele am humorvollen Ostfrieslandkrimi schätzen: Das Verbrechen platzt in eine Welt, die auf Gemütlichkeit eingerichtet ist, und die Fallhöhe zwischen Teetisch und Tatort erledigt den Rest. Wer die ganz düsteren Küstenthriller sucht, wird vermutlich woanders fündig, wer dagegen Lokalkolorit mit Schmunzelfaktor mag, ist hier an der richtigen Adresse.
Zur Person der Autorin gibt die Werkliste nichts her, und dabei belasse ich es, erfundene Biografien braucht niemand. Festhalten lässt sich: Sandra Bruns schreibt Ostfrieslandkrimis, die ihre Herkunft schon im Titel feiern und die typischen Requisiten der Region, Kutter, Kluntje, Leuchtturm, mit einem unerwarteten Dreh versehen. Für Leser, die zwischen den dicken Serienbrocken der großen Reihen etwas Eigenständiges suchen, sind diese beiden Bände eine hübsche Entdeckung. Und sollte das Muster fortgesetzt werden, darf man auf die nächste Alliteration gespannt sein, an Stoff zwischen Deich und Dorfkrug herrscht hier kein Mangel.
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