Dörte Frerksen

Eine Polizistin, sieben Inseln vor der Küste, zwölf Fälle: Die Reihe Die Inselpolizistin von Dörte Frerksen gehört zu den Ostfriesenkrimis mit dem klarsten Konzept. Im Mittelpunkt steht Maike Hansen, und anders als die meisten Inselserien bleibt diese nicht an einem Ort kleben, die Fälle wandern von Juist über Langeoog, Norderney und Spiekeroog bis nach Borkum. Wer die ostfriesischen Inseln liebt, bekommt hier gewissermaßen das ganze Archipel in Krimiform.

Dörte Frerksen und ihre Ostfriesenkrimis um Maike Hansen

Der Auftakt Blutdiamanten von Juist etabliert die Heimatbasis der Ermittlerin, danach beginnt das Inselhüpfen: Todeshochzeit von Langeoog, Tödliche Träume auf Norderney, Die schöne Tote von Spiekeroog, Tödliche Affäre auf Borkum. Als Ostfriese weiß man, dass jede dieser Inseln ihren eigenen Charakter hat: das mondäne Norderney mit seiner Bäderarchitektur, das stille Spiekeroog ohne Autoverkehr, das weitläufige Borkum mit Hochseeklima, das familiäre Langeoog, und Juist, das sich selbst Töwerland nennt, Zauberland. Eine Reihe, die diese Unterschiede als wechselnde Bühnen nutzt, hat einen strukturellen Vorteil gegenüber Serien mit festem Schauplatz: Die Kulisse erneuert sich von Band zu Band, ohne dass die vertraute Hauptfigur verloren geht.

Maike Hansen ermittelt: die Reihenfolge

  • Band 1: Blutdiamanten von Juist
  • Band 2: Todeshochzeit von Langeoog
  • Band 3: Tödliche Träume auf Norderney
  • Band 4: Die schöne Tote von Spiekeroog
  • Band 5: Partymord auf Juist
  • Band 6: Der Seelensammler von Norderney
  • Band 7: Kein Liebesglück auf Juist
  • Band 8: Tödliche Affäre auf Borkum
  • Band 9: Die tote Wahrsagerin von Juist
  • Band 10: Das tote Kind von Spiekeroog
  • Band 11: Tödliche Liebe auf Juist
  • Band 12: Der Buddelschiffmord von Juist

Zwischen Urlaubsidylle und Abgrund

Die Titel zeigen die Bandbreite der Fälle. Da sind die klassischen Inselmotive, eine Hochzeit, eine Party, eine Wahrsagerin auf der Promenade, ein Buddelschiff als denkbar ostfriesischste Mordrequisite. Und da sind Bände wie Das tote Kind von Spiekeroog oder Der Seelensammler von Norderney, die deutlich dunklere Register ziehen. Diese Mischung ist typisch für den besseren Inselkrimi: Die Ferienkulisse liefert den Kontrast, vor dem das Verbrechen erst richtig wirkt. Wer selbst schon im Herbst auf einer der Inseln war, wenn die Tagesgäste weg sind und der Wind die Promenade leerfegt, weiß, dass diese Orte zwei Gesichter haben. Genau davon leben Frerksens Geschichten erkennbar.

Auffällig ist auch, wie oft die Reihe nach Juist zurückkehrt, gleich sechs der zwölf Fälle spielen dort. Das gibt der Serie trotz aller Ortswechsel einen Anker und der Ermittlerin ein Zuhause, in das sie zwischen den auswärtigen Einsätzen zurückkehrt. Für Leser, die Wert auf Reihenfolge legen, ist die durchgehende Nummerierung ein Geschenk: Man beginnt bei den Blutdiamanten und arbeitet sich Insel für Insel vor. Zwölf Bände Maike Hansen, das ist eine ordentliche Strecke Lesestoff, und nebenbei die vermutlich unterhaltsamste Art, alle Ostfriesischen Inseln zu bereisen, ohne eine einzige Fährkarte zu lösen.

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